Wenn man bedenkt, wie viele Stunden Arbeitszeit in die Konfiguration eines Arkturs fließen, so ist es sträflich leichtsinnig, ihn ohne ein Backup zu betreiben.
Nach längerem Dauerbetrieb (d.h. nach 2 bis 3 Jahren!) geht bei einem Server irgend etwas kaputt - typischerweise die IDE-Festplatten oder das Netzteil.
Ohne Backup ist man auch aufgeschmissen, wenn man in seinem Homeverzeichnis oder als adm in pub versehentlich eine wichtige Datei gelöscht hat - das kommt immer wieder vor.
Eine kommerzielle Backup-Lösung mit Streamer und Bändern kostet bei einer etwas größeren Schule sofort einige tausend Euro, ist also für kleine Schulen kaum zu finanzieren.
Gegen den Einsatz eines CD-Brenners spricht die zu kleine Kapazität der CD (er würde sich allerdings gut dazu eignen, mit einem Programm wie DriveImage 4 eine Partitionskopie der Einstellungen und der Programme des Servers auf CD zu brennen).
Zum Glück sind die Festplatten inzwischen so billig, dass wenigstens ein Backup auf einer zusätzlichen Festplatte auch für kleine Schulen erschwinglich ist. Das ist zwar nicht so sicher wie die Streamer-Bänder der letzten 3 Monate, sollte aber in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle die Wiederherstellung der Daten erlauben.
Baut man eine zusätzliche Festplatte in Arktur ein, kann diese normalerweise zum Speichern des Backups dienen und zusätzlich, wenn man es geschickt anfängt, durch einen einfachen Umbau die 1. Festplatte ersetzen, wenn diese kaputt ist.
Wer will, kann auch mehrere Backupfestplatten in Wechselrahmen verwenden (ab Arktur 4 auch USB 2.0 oder Firewire) und dadurch die Qualität des Backups steigern:
Im folgenden wird vorausgesetzt, dass eine solche Backupfestplatte als hdc installiert ist und dass sie eine deutlich höhere Kapazität als die Originalfestplatte hat (z.B. 60 GByte für hdc und 40 GByte für hda - wenn sonst keine Festplatten vorhanden sind).
Arktur auf der Backupfestplatte installieren. Dazu diese entweder als 1. Festplatte einbauen und die Arkturinstallation von der CD vornehmen oder die vorhandene 1. Festplatte auf die hdc kopieren, wie in
Eine Arkturinstallation auf eine neue Festplatte übertragen beschrieben ist (möglich ist natürlich auch der Einsatz eines Programms zum Kopieren von Festplattenpartitionen wie PartitionMagic).
Beim Kopieren sind allerdings /etc/fstab sowie /etc/lilo.conf nicht anzupassen. Dafür muss dann nach dem Einbau der Backupfestplatte als 1. Festplatte einmalig von der Arktur-CD gebootet werden und dort der Menüpunkt "Installiertes System wieder startfähig machen" ausgewählt werden.
Für das Backup (mit dem mc) sind noch die 3 Verzeichnisse /backup/hdc1, /backup/hdc3 und /backup/hdc4 auf der ersten Festplatte anzulegen.
Es wird jetzt ein Bash-Skript backupziehen in /root erstellt, das dann regelmäßig nachts die Änderungen auf die Backupfestplatte kopiert:
touch backupziehen
#!/bin/bash # zunächst die Festplatte pruefen /sbin/e2fsck /dev/hdc1 /sbin/e2fsck /dev/hdc3 /sbin/e2fsck /dev/hdc4 # sicherheitshalber eine kleine Pause /bin/sleep 60 /bin/mount -t ext2 /dev/hdc1 /backup/hdc1 /bin/mount -t ext2 /dev/hdc3 /backup/hdc3 /bin/mount -t ext2 /dev/hdc4 /backup/hdc4 /bin/sleep 60 # und jetzt das eigentliche Backup /bin/cp -au /home/* /backup/hdc4 /bin/cp -au /etc/* /backup/hdc1/etc /bin/cp -au /var/spool/mail/* /backup/hdc3/spool/mail /bin/cp -au /var/spool/news/* /backup/hdc3/spool/news # wer will, kann auch noch mehr sichern # warten /bin/sleep 60 #aufraeumen /bin/umount /backup/hdc1 /bin/umount /backup/hdc3 /bin/umount /backup/hdc4
crontab -eDann eine neue Zeile eintragen:
10 22 * * * /root/backupziehen(sofern das täglich abends um 22.10 geschehen soll)
mount -t ext2 /dev/hdc4 /backup/hdc4